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Ein paar Bemerkungen zu Farben und Rassismus

In meinem letzten Eintrag habe ich zur Beschreibung zweier Personen die Worte „schwarz“ und „weiß“  genutzt. Das geht mir eigentlich deutlich gegen den Strich und ich werde diese Kategorien nur dann verwenden, wenn sie notwendig sind (wie eben in diesem letzen Beitrag)!

Ich empfinde jegliche Andersbehandlung aufgrund der Hautfarbe als rassistisch. Auch positive Bevorzugung! Ich habe viele Beispiele gesehen, in denen Menschen mit schwarzer Hautfarbe von Deutschen besonders freundlich, tolerant und verständnisvoll behandelt wurden. Zum Kotzen! Was ist das Problem? Haben wir Deutsche immer so eine Art schlechtes Gewissen?

Volker Pispers hat es mal schön auf den Punkt gebracht (wie eigentlich immer): „Neger? Neger sagt man nicht! Uns ist doch scheißegal, wie viele da unten Verrecken, aber Neger sagen wir nicht!“

Sage ich auch nicht. Aber alle anderen politisch zur Zeit gerade korrekten Bezeichnungen sind genauso daneben. Warum einenunterschied machen?

Die Farbe spielt für mich keine Rolle. Ein netter Kerl ist ein netter Kerl, ein Arschloch ist ein Arschloch. Basta!

Ich werde also wie gesagt nur noch über Farben sprechen, wenn es (leider) relevant ist!

31.5.13 22:04


Der kleinste Hauptstadtflughafen der Welt

Nach der Landung erst einmal die schlechte Nachricht: Meine Freunde verspäten sich. Also warten im Arrival, der sich übrigens nicht wirklich vom Departure unterscheidet. Wer den Flughafen Münster-Osnabrück kennt, weiß wovon ich rede.

                        image

Und der hat inzwischen immerhin 2 Etagen! Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte: Windhuk hat den kleinsten Hauptstadtflughafen der Welt! Aber immerhin Kaffe. Und zwar echten. Nach dem zweiten Becher fühle ich, wie der Nachgeschmack des elenden Instantgebräus verschwindet, das in Flugzeugen morgens als Kaffee serviert wird.

Wie ich da so rumsitze spricht mich ein älterer Mann an, ob ich ihm helfen könne. Er ist hier um einen Gast vom nächsten Flieger abzuholen und hat leider vergessen in Windhuk zu tanken. Jetzt wird er es kaum noch zurück schaffen. Ob ich denn einen Ersatzkanister habe?

Ich helfe natürlich gern und schlendere mal rüber zu einem der international bekannten Mietwagenverleihflughafendesktops. Eine wunderhübsche junge Frau bedauert sehr, dass es hier keine Möglichkeit zum Tanken gibt, aber sie will mal sehen, was sich machen lässt…

Ein paar Minuten später winkt sie mir zu. Ich stehe inzwischen am Zeitschriftenstand und versuche die Schlagzeilen auf Afrikaans zu entziffern. Die wunderhübsche Frau kann helfen: Gerade fährt ein Kurierfahrer der Firma in Windhuk los, der wird noch schnell einen Kanister Benzin kaufen. Den kann der alte Mann ihm dann abkaufen. Super Lösung! Glücklich berichte ich dem Notleidenden davon und bekomme einen ungläubigen Blick zurück. Normalerweise sind die ja nicht so nett und hilfsbereit, sagt er. Da haben wir aber Glück gehabt!

Nachtigall…

Können sie Englisch? Frage ich und kenne die Antwort. Natürlich nicht. Der Alte ist weiß, hat ein sonnenverbranntes Gesicht und trägt Shorts mit hochgezogenen Tennissocken und Sandalen. Er spricht nur deutsch und ein wenig afrikaans. Die Dame am Schalter des Mietwagenverleihs ist schwarz und höchsten 25.

Seit 1990 ist Namibia unabhängig. Und noch heute, 23 Jahre später werden Menschen mit schwarzer Hautfarbe von den alteingesessenen Deutschen und Südafrikandern als „Baboons“  bezeichnet. Paviane. Oder als „Kaffern“, ein Wort, das verboten ist. Der alte Mann hat nur eine schwarze Frau gesehen und direkt als undankbar, fordernd und unfreundlich eingeordnet.  Die schwarzen Namibianer sehen in dem Mann, der nur die alte „Besatzersprache“ spricht ein Relikt längst vergangener Zeit. 

Es wird noch einige dieser Situationen geben…

31.5.13 09:29


Windhuk, Landeanflug

Ende Juli ist es endlich wieder soweit: Landeanflug! Nach mehreren malen Zimbabwe, Botswana, Südafrika und Sambia erstmals Namibia!

Ich freue mich wie ein Schneekönig, denn seit meinem ersten Besuch vor 20 Jahren in Afrika bin ich abhängig. Und diesmal liegen sechs Wochen vor mir, in denen ich alte Freunde wiedersehen werde, die es während der Unruhen in Zimbabwe nach Namibia verschlagen hat.

Pünktlich um Sechs Uhr Morgens ist die Sonne am wolkenlosen Himmel aufgegangen und ein Blick aus dem Fenster beschert bereits Glücksgefühle, denn wir überfliegen die Buschlandschaft des südlichen Afrika. Je tiefer die Maschine sinkt, desto mehr Strukturen lassen sich erkennen: sanfte Hügel, Ebenen, mit Steppengras bewachsen und Busch, aus dem vereinzelt hohe Akazien ragen. Rot-sandige, schnurgerade Pisten durchschneiden die Landschaft.

Einige wenige Minuten vor der Landung kann ich sogar kleine Herden von Antilopen und Gnus erkennen, die ihre ruhigen Bahnen ziehen. Obwohl sie das Geräusch des Flugzeugs hören müssen, bleiben sie unaufgeregt. Sie haben sich offensichtlich an den Flughafenlärm gewöhnt. Eines fällt mir aber besonders auf: Hier stehen fast keine Gebäude! Windhuk, die Hauptstadt liegt in einem Talkessel, der zu klein und eng ist, um einer Landebahn für große Flieger Platz bieten zu können. Daher liegt der Flughafen über 40 Km außerhalb. In der Stadt selber starten auf kleiner Piste nur Inlandsflüge.

30.5.13 07:15





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