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Der kleinste Hauptstadtflughafen der Welt

Nach der Landung erst einmal die schlechte Nachricht: Meine Freunde verspäten sich. Also warten im Arrival, der sich übrigens nicht wirklich vom Departure unterscheidet. Wer den Flughafen Münster-Osnabrück kennt, weiß wovon ich rede.

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Und der hat inzwischen immerhin 2 Etagen! Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte: Windhuk hat den kleinsten Hauptstadtflughafen der Welt! Aber immerhin Kaffe. Und zwar echten. Nach dem zweiten Becher fühle ich, wie der Nachgeschmack des elenden Instantgebräus verschwindet, das in Flugzeugen morgens als Kaffee serviert wird.

Wie ich da so rumsitze spricht mich ein älterer Mann an, ob ich ihm helfen könne. Er ist hier um einen Gast vom nächsten Flieger abzuholen und hat leider vergessen in Windhuk zu tanken. Jetzt wird er es kaum noch zurück schaffen. Ob ich denn einen Ersatzkanister habe?

Ich helfe natürlich gern und schlendere mal rüber zu einem der international bekannten Mietwagenverleihflughafendesktops. Eine wunderhübsche junge Frau bedauert sehr, dass es hier keine Möglichkeit zum Tanken gibt, aber sie will mal sehen, was sich machen lässt…

Ein paar Minuten später winkt sie mir zu. Ich stehe inzwischen am Zeitschriftenstand und versuche die Schlagzeilen auf Afrikaans zu entziffern. Die wunderhübsche Frau kann helfen: Gerade fährt ein Kurierfahrer der Firma in Windhuk los, der wird noch schnell einen Kanister Benzin kaufen. Den kann der alte Mann ihm dann abkaufen. Super Lösung! Glücklich berichte ich dem Notleidenden davon und bekomme einen ungläubigen Blick zurück. Normalerweise sind die ja nicht so nett und hilfsbereit, sagt er. Da haben wir aber Glück gehabt!

Nachtigall…

Können sie Englisch? Frage ich und kenne die Antwort. Natürlich nicht. Der Alte ist weiß, hat ein sonnenverbranntes Gesicht und trägt Shorts mit hochgezogenen Tennissocken und Sandalen. Er spricht nur deutsch und ein wenig afrikaans. Die Dame am Schalter des Mietwagenverleihs ist schwarz und höchsten 25.

Seit 1990 ist Namibia unabhängig. Und noch heute, 23 Jahre später werden Menschen mit schwarzer Hautfarbe von den alteingesessenen Deutschen und Südafrikandern als „Baboons“  bezeichnet. Paviane. Oder als „Kaffern“, ein Wort, das verboten ist. Der alte Mann hat nur eine schwarze Frau gesehen und direkt als undankbar, fordernd und unfreundlich eingeordnet.  Die schwarzen Namibianer sehen in dem Mann, der nur die alte „Besatzersprache“ spricht ein Relikt längst vergangener Zeit. 

Es wird noch einige dieser Situationen geben…

31.5.13 09:29
 


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